Patentübersetzer an der Quelle: Erfindungen zur Kindererziehung

Patentübersetzer an der Quelle: Erfindungen zur Kindererziehung

Was wissen Patentübersetzer über Kindererziehung? Die Antwort ist: Vielleicht mehr als man denkt, denn Patentanmeldungen aus diesem Bereich scheinen unbegrenzt vorhanden zu sein. Diese Erfindungen sind allerdings oft ein wenig gewöhnungsbedürftig. Lesen Sie weiter, um einige der spannendsten Patentideen für Kinder kennenzulernen!

 

Man könnte schnell annehmen, Patentübersetzer seien durch ihre Spezialisierung weiter weg vom normalen Leben als Übersetzer, die mit Texten wie Pressemitteilungen, Bildungstexte oder Werbeinhalte arbeiten. Doch in Wahrheit sind Patentübersetzer ganz nah dran an den kniffligen Problemen dieser Welt.

Denn: Patente offenbaren Lösungen für die Probleme des Lebens. Sie zeigen den Versuch der Menschen, komplexe Hindernisse durch neue Erfindungen zu rationalisieren und letztendlich zu überwinden. Wer sich also tagtäglich mit Patenten beschäftigt, bekommt tiefe Einblicke in das Leben anderer. Patente sind aber auch oft Abbildungen der seltsamsten Auswüchse menschlichen Denkens, sodass Patentübersetzer regelmäßig mit abenteuerlichen Konzepten konfrontiert sind.

 

Menschenskinder, wer hat sich das ausgedacht?

Es scheint besonders viele ungewöhnliche Erfindungen im Bereich der Kindererziehung zu geben. Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder und sind stets darum bemüht, glückliche und gleichzeitig gut erzogene Menschen großzuziehen. Doch das ist natürlich alles andere als einfach, weshalb alle möglichen Hilfsmittel bei den Patentämtern dieser Welt landen.

Die Erfindungen setzen gleich bei Babys an, zum Beispiel mit einer Vorrichtung zum Stabilisieren und Immobilisieren von Kleinkindern. Diese Erfindung, hergestellt von einer amerikanischen GmbH, soll dafür sorgen, dass Babys sich beim Windelwechsel nicht bewegen können. Damit verspricht die Vorrichtung einen doppelten Erfolg: Eltern sollen es einfacher haben und Kinder sollen davor geschützt werden, vom Wickeltisch zu fallen.

Sobald der Nachwuchs nicht nur krabbeln, sondern auch weglaufen und stänkern kann, müssen neue Herausforderungen gemeistert werden. Der logische erste Schritt ist es, die Kleinsten mit Regeln vertraut zu machen und positive Verhaltensmuster zu etablieren. Dabei können – laut eigener Angabe – Erfindungen wie das Kit zur Verhaltensgestaltung helfen. Mithilfe von Stickern, Zeichen und Auszeitbereichen soll die Kommunikation zwischen Kind und Erzieher präzisiert werden. Ist an einem Objekt ein „Verboten“-Sticker aufgeklebt, darf das Kind nicht ran. Tut es das trotzdem, muss es in die Auszeitzone bis der dafür vorgesehene Timer piept.

Doch was tun, wenn das Kind ständig davonläuft? Muss man da tatenlos zusehen, wie es in einer Menschenmenge verschwindet und plötzlich eine befahrene Straße überquert? Keineswegs, denn dafür gibt es schon lange spezielle Kinderleinen – manche sogar mit integrierten Taschen und Stofftierform! Will das Kind weg, müssen Eltern lediglich an der Leine ziehen, um Gefahren zu vermeiden. Und wer zwar die Idee eines angeleinten Kindes gutfindet, sich jedoch vor den verurteilenden Blicken anderer fürchtet, kann zum Glück zu einem versteckten Geschirr mit praktischen Griffen am Kind greifen.

 

Endstation Anmeldung

Viele Erfindungen dieser Art sind vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, doch es gibt immer wieder Ideen, die sicherlich nicht nur bei Patentübersetzern für Kopfschütteln sorgen. Hier sei das 2016 angemeldete Kinderdisziplinierungssystem erwähnt. Diese Erfindung sieht vor, dass ein zu bestrafendes Kind auf ein Strafkissen platziert wird und dieses nicht verlassen kann, ohne dass ein Alarmton bei den Eltern losgeht. Kinder, so die Anmelder, genießen Bewegung in allen Formen, sodass sich erzwungenes Stillsitzen gut als Strafmaßnahme eignet. Interessanterweise blieb es für diese Erfindung bei der Anmeldung: Der Antrag wurde nicht weiterverfolgt und das System nicht patentiert.

Zum Glück ist aber nicht jede eigenartige Erfindung gleich grausam. Manche sind eher der Kategorie „geschmacklos“ zuzuordnen, sodass ein Patentübersetzer auch mal etwas zum Schmunzeln hat. Vor wenigen Jahren wollte beispielsweise ein Amerikaner eine lachende, flatulente Puppe patentieren lassen, wobei die dazugehörige Beschreibung offenbart, dass die akustischen Effekte durch olfaktorische begleitet werden. Die Puppe mit dem entzückendem Namen „Poodypoo“ wurde nie patentiert.

 

Wer am lautesten schreit…

Wer angesichts solcher Erfindungen schreien möchte, der möge bitte vorher sein Instrument für geführte Katharsis durch Schreien anschalten. Dieses chinesische Gerät zeichnet Schreie auf (zum Beispiel in Schulen oder in Fabriken) und misst ihre Lautstärke und somit die darin ausgedrückte Verzweiflung. Ziel ist es, die Brülltöne wissenschaftlich auszuwerten, um dann die Person gezielt zu beruhigen. Das Patent wurde 2014 gewährt.

Es scheint so, als seien die Fantasien der Erfinder dieser Welt grenzenlos. Selbst Lebensbereiche wie Kindererziehung, die seit Beginn der Menschheit existieren, werden immer wieder neuerfunden oder zumindest angereichert. Wer mit Patenten arbeitet, zum Beispiel als Patentübersetzer, bekommt die Neuentwicklungen als erstes zu sehen. Wer also nach einer neuen Lösung für ein altes Problem sucht, sollte vielleicht mal einen Patentübersetzer fragen.

(O.M., 2021)

 

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